Anguilla

Nach der tollen Hafenkulisse von English Harbour sind wir neugierig auf den Rest der Insel, die wir per Mietwagen und auch per Linienbus (für zwei Personen kostet das 2,50 Euro) erkunden. Beides sehr abenteuerlich. Dazu muss man wissen, dass es weder einen festen Fahrplan, noch Ortsschilder oder ähnliches gibt. Wir orientieren uns an den Tankstellen und Kirchen, die auf unserer Karte eingezeichnet sind. Wir sehen abgeschirmte Urlaubsresorts mit eigenen Stränden, den Hotspot Kreuzfahrtterminal St Johns und den zweiten bekannten Hafen Jolly Harbour. Dazwischen das normale Leben. Gegensätze. Es gibt keinen Unterschied zu den anderen englischen Inseln.

 

 

 

Das Ankern vor English Harbour ist aufregend. Nicht nur wegen des Hafenkinos. Die Boote drehen sich vor Anker entgegengesetzt, es braucht jeder viel Platz um sich, um nicht zu kollidieren. Es ist immer aufregend, wenn Neuankömmlinge ihre Anker werfen. Manchmal läuft eine Dünung ein und es beginnt meistens nachts aus irgendeiner Ecke des Bootes zu klappern. Die Magneta muss schon einiges aushalten, da ist dann mehr als nur eine Schraube locker.

 

 

 

Es gibt mehrere Premieren. Wir installieren zum ersten Mal unser Kraftwerk. Mit dem Hondagenerator laden wir jeden dritten Tag unsere Akkus auf. Wir bewegen uns einfach zu wenig. Ein Windgenerator würde sich lohnen. Der Passat in der Karibik bläst stetig. Wir nutzen die Gelegenheit um Eiswürfel zu produzieren, denn wir kriegen endlich mal eine kleine Strandparty mit Dämmerschoppen (Sundowner) und Häppchen hin. Zum Valentinstag verwöhnen wir uns mit einem Yamaha E8D (Zweitaktaußenborder), der nur außerhalb der EU verkauft werden darf.

 

 

 

Nachdem wir uns an den Magayachten, die teilweise mit Mannschaft zu mieten sind (im Internet angeboten für 258 T$US pro Woche!), sattgesehen haben, umrunden wir den südwestlichen Teil der zerklüfteten Insel mit den vielen Riffen und verholen uns nach Jolly Harbour: Baden im Korallensand und Lebensmittel für Barbuda bunkern, weil es dort nichts gibt.

 

 

 

Barbuda sehen wir erst fünf sm vorher, weil die Insel so platt ist. Die höchste Erhebung sind eine Hand voll Palmen. Die Cocoa Bay wird eingerahmt durch die Ruinen des K – Clubs, der jetzt Robert de Niro gehört und einem im Bau befindlichen Zelt – Luxushotel. Mit schwerem Gerät werden Palmen am Strand eingepflanzt und die von Irma (Hurrikan) geköpften entsorgt. Frei bewegen ist nicht, wenn man nicht mit der Security diskutieren möchte. Der Strand ist wunderbar, noch wunderbarer - wir haben ihn für uns allein. Gerade mal fünf Boote haben sich mit uns hierher verirrt.

 

 

 

Nach Gustavia auf St Barth fahren wir über Nacht. Das Zeitfenster für Tag ist einfach zu kurz und wir wollen weder im Dunkeln das Riff verlassen noch in Gustavia einlaufen. Wir haben erstmals versucht langsam zu segeln, der Wind hat es uns nicht leicht gemacht. In Gustavia gab es dann alles zu kaufen und zu essen, was teuer ist. Alles außer frisches Obst. Das gab es nur angefroren. Die erste Insel ohne Straßenstände der Einheimischen. Im St Tropez der Karibik wird nicht angepflanzt, hier sind alle mit den verschiedenen Services an den Touristen beschäftigt. Den Bootsleuten und jenen, die sich auf die halsbrecherische Landung per Flieger einlassen. Für uns diesmal nicht Hafen- sondern Flugkino. Fast wie in Tegel.

 

 

 

Auf der Fahrt nach Anguilla bekommen wir dann Segelkino geboten. Zuerst bewundern wir eine Megayacht, die neben vielen bekannten Spielzeugen einen Hubschrauberlandeplatz, ein Speedboot (kannten wir alles schon!!)  – und das hatten wir noch nicht gesehen ein Segelboot, ein paar Nummern größer als die Magneta an Bord hatte. Das nächste Highlight heißt Kreuzfahrtterminal Philipsburg (St Maarten): fünf Kreuzfahrtschiffe nebst einer ziemlich lütten Aida. Alles andere sah wie Spielzeug daneben aus. Und dann hat Axel sein Handy nicht mehr losgelassen und abwechselnd fotografiert und Selfies geschossen. Da stand sie vor uns, die „A“, die größte Segelyacht der Welt, in Nobiskrug gebaut; und mehr bei Dr. Wikipedia nachzulesen… Einen Schönheitspreis wird dieses Boot sicher nicht gewinnen. Sämtliche Racer (also nicht nur wir) würdigten das Ereignis mit einer Umrundung.

 

 

 

Anguilla sollte laut Literatur die teuerste Karibikinsel sein. In den vielen kleinen Restaurants zu merken. Sonst ist hier eigentlich nicht viel; karg, platt, viel Steppe – hier leben mindestens so viele Ziegen und Hühner wie Menschen. Zum Schluss noch eine Premiere: Wir haben die erste „echte“ Karibikinsel betreten. Bedeutet weißer Sand, ein paar Palmen und eine Bar – Sandy Island. Eine steife Brise wehte, dazu Welle und Strömung - rasantes Anlegen garantiert. Und wir dachten schon das gibt es nur auf den Malediven…

 

 

 

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